Linienspiele

die gerade Linie

Ein ganzes Blatt mit waagrechten Linien füllen, mir Zeit lassen dabei, immer wieder Körper- und Handhaltung wahrnehmen (nicht beurteilen), ausprobieren, was sich verändern lässt.
Auf Zehenspitzen stehen, breitbeinig, auf einem Bein, Gewicht vom linken auf das rechte Bein verlagern…Den Stift in Schreibhaltung oder in der Faust oder ganz am Ende festhalten, die Hand auflegen oder ganz frei von oben führen.Die Linie aus der Körperbewegung heraus führen, aus dem Arm heraus, aus der Hand heraus, ziehen, schieben, Druck verändern, oder, oder…Mit der Art der Linie experimentieren (immer noch waagrecht) trödeln, eilen, spazieren, zum Geburtstag gehen oder zum Zahnarzt, auf Asphalt laufen oder am Sandstrand, versuchen, über die Vorstellung und emotionale Färbung Linie zu verändern. Eigene Themen (er)finden, Linien leben lassen.

Achtung: Je weiter ich mich nach vorne beugen muss, um so größer ist die Gefahr, dass aus Waagrechten, Bögen werden. Daher immer wieder auf  die Körperhaltung achten und das Blatt, wenn nötig, um 180° drehen

eine gerade Linie scheint zunächst einmal keine große Anforderung darzustellen
wir ziehen also Linien, entspannt stehend vorerst waagrecht von links nach rechts langsam und konzentriert und verfolgen die Spur des Stiftes, kein zielgerichtetes Wollen sondern einfach den Stift machen lassen.Wie stehen wir? Sind unsere Schultern entspannt? Wie hält die Hand den Stift?

Mit dem gleichen Stift möglichst viele Varianten schaffen, erst dann, wenn damit eine große Ausdrucksvielfalt erreicht wird, das Material erweitern

Grafit, Ölkreide, Tusche (Ausschnitt)

Linien entstehen auch durch Collagen von Zeitungsspalten, Tabellen, Lineaturen, durch das Fließen von Tusche oder flüssiger Farbe. Stifte, Kreiden, Radiergummi, Filzstiften, Walzenmuster usw.
Überlagerungen bringen Tiefe. Konsequent senkrecht und waagrecht bleiben.

Linien im Quadrat

Linien im Quadrat

Nimm einen weichen Grafitstift (4B, 6B),
einen Bogen Zeichen-papier und ein kleines Passepartout (ca. 6x6cm Ausschnitt) und  beginne, ein Feld mit Linien zu füllen.
Suche und erfinde Varianten und Regeln, z. b. nur gerade, nur gekrümmte Linien, immerzu von einem Rand zum anderen, parallele Schraffuren, kurze abgesetzte oder lange sich windende Linien, Gekritzel, Linienknäuel, Ornamente und was dir sonst noch so einfällt.
Jedes Feld berührt oder überdeckt den Rand des benachbarten.
Mal heller, mal dunkler, dichter oder transparenter entsteht aus einzelnen Feldern ein Bild.      

Die gebogene Linie

Eigentlich ist die Linie ja nur ein Punkt, der sich in Bewegung setzt. 
Aber wie und wohin und was passiert unterwegs?
Die Herausforderung liegt darin, aufmerksam zu bleiben, stereotype Linien zu vermeiden oder nur da einzusetzen, wo ich sie wirklich haben will. 

Was will ich eigentlich?•Die Linie losgehen lassen ohne Ziel und Zweck, spazieren gehen auf dem Papier, etwas einkreisen, auf der Stelle treten, hin und her rennen, verlaufen, zielsicher, verwirrt, träumerisch, dabei nicht vergessen, auf die Qualität zu achten (sicher, zögerlich, weich, hart…). Andere Linien treffen, begegnen, begleiten, überkreuzen, stören, wieder trennen, neu aufeinandertreffen, mit Linien Geschichten erzählen (Lebenswege, Berufswege, Tanz, Spiel, Sport…)
Was ist, wenn ich stehe? Was verändert sich, wenn ich im Sitzen zeichne? 
Ausprobieren, was wann besser funktioniert

Themen:
•Von hier nach dort und was unterwegs passiert
•Tagesabläufe immer wieder neu übereinandergelegt
•Treffen sich zwei (paarweise arbeiten) und erzählen sich  (ohne Worte)
•zurück nach vorn (Tatsachen und Zukunftsphantasien)
•Reiseerzählungen (von der Wanderung bis zur Weltumrundung)


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